Im Blickwinkel steigender Futtermittelpreise, aber auch aus Gründen der Produktqualität erhält gutes Heu als Grundtutter eine neue Aktualität. Ohne Gärtutter gewonnene „Heumilch“ wird nicht ohne Grund vorn Verbraucher geschätzt und von einigen Molkereien oder Käsereien besser bezahlt. Mit einem guten Griinlandbestand, einer schonenden Vortrocknung am Boden und einer nachfolgenden wirksamen Unterdachtrocknung ist in günstigen Lagen eine Energiekorrzeiitration in der Größenordnung von 6 MJ NEL/kg Heu—Trockenrnasse erreichbar.
Voraussetzung fiir eine entsprechende Heuqualität ist einerseits das Einbringen des Feuchtheus vor dem Einsetzen umfangreicher Brockelverluste. Wichtig ist aber auch ein wirksames Trocknen auf einen Trockensubstanzgehalt von mindestens 87 % innerhalb von 40 bis 70 Stunden. Erst ab diesem Trockensubstanzgehalt ist die Vermehrungsgefahr von Bakterien und Schimmelpilzen gebannt. Restfeuchte kann die Ursacheeiner Erwärmung bis hin zur Selbstentziindung des Heus werden (Vorschriften zur Brandverhiitung beachten!). Gutes Belüftungsheu zeigt noch eine Grfinfärbung, riecht aromatisch und ist schmackhaft. Die Trockenmasseaufnahme je Tier liegt über derjenigen von Silagefutter, denn Gärsäuren begrenzen die Fresslust.
Nicht richtig getrocknetes Heu rieht muffig und sieht grau oder braun aus. Beim Menschen kann schlechtes Heu zu Bronchialasthma oder zur "Farmerlunge“ führen. Für die Farmerlunge ist ein um 3 bis 12 Stunden verzögertes Auftreten von Husten, Atemproblemen, Fieber bis zum Schuttelfrost typisch. Wegen des zeitlichen Verzuges zwischen einem Heu—kontakt und den Komplikationen wird die Farmerlunge leider oft erst erkannt, wenn starke gesundheitliche Einschränkungen dauerhaft geworden sind. Durch Heufütterung gewonnene Milch zeigt im Gegensatz zu Silagemilch einen deutlich geringeren Gehalt an Clostridiensporen — Dauerformen von Buttersäurebildnern. Einige Molkereien bezahlen die Milch je nach dem Gehalt an diesen für die Milchverarbeitung und die Käserei schädlichen Clostridien.
Diese Broschüre soll dazu beitragen, hohe Futterqualitäten bei möglichst geringen Kosten zu erreichen.
Das spricht für Heu
Last modified on Freitag, den 01. Juli 2011 um 21:42 Uhr



